Raubgut im Museum August Kestner

Das Museum August Kestner ist das älteste Museum der Stadt Hannover. Hermann Kestner stiftete im Jahre 1884 die bedeutende Sammlung ägyptischer und antiker Kunst seines Onkels August Kestner, seine eigene und die Kunstsammlung seines Vaters Georg Kestner der Stadt Hannover unter der Bedingung, ein repräsentatives Gebäude für diese Bestände zu errichten. Während der NS-Zeit erwarb das Haus, wie viele andere Einrichtungen, Kunstwerke aus geraubtem jüdischem Besitz.

Schild am Museum mit dem Signet des Museum August Kestner. Foto von AxelHH. Wikimedia Commons
Schild am Museum mit dem Signet des Museum August Kestner. Foto von AxelHH. Wikimedia Commons

Verwertung von „Judengut“

Alle ca. 1.600 noch in Hannover lebenden Jüdinnen und Juden werden am 3. September 1941 durch die Polizei informiert, dass sie bis zum Abend des nächsten Tages ihre Wohnung räumen müssen. Sie werden gemeinsam in 15 „Judenhäusern“ im Stadtgebiet untergebracht – Vorbereitung der bevorstehenden Deportation aus Deutschland. Das zurückgelassene Eigentum wird von der Gestapo gesichert. Private Versteigerer schätzen im Auftrag der Stadtverwaltung den Wert der Einrichtungsgegenstände schon in der verlassenen Wohnung, dann werden diese in städtische Lager gebracht. Um Kunstgegenstände von öffentlichem Interesse zu schützen, werden sie von einer Kommission eingeschätzt und bei Interesse aussortiert. Der Kommission gehört u.a. der Leiter des Kestner Museum, Dr. Ferdinand Stuttmann, an.

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