“Judenhaus” Herschelstraße

Erzwungene Umzüge: Mehr als 1.200 jüdische Bürgerinnen und Bürger Hannovers mussten nach einer städtischen Anordnung vom 3. September 1941 innerhalb weniger Stunden ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden zwangsweise in 16 „Judenhäuser“ im Stadtgebiet eingewiesen. Das Wohnhaus Herschelstraße 31 war eines von ihnen.

Ausweis von Ruth Gröne geb. Kleeberg aus dem Jahre 1944 mit der Eintragung "J" für "Jüdin" und dem Zwangsvornamen "Sara". Quelle Privatbesitz Ruth Gröne
Ausweis von Ruth Gröne geb. Kleeberg aus dem Jahre 1944 mit der Eintragung "J" für "Jüdin" und dem Zwangsvornamen "Sara". Quelle Privatbesitz Ruth Gröne

“Aktion Lauterbacher”

Mitnehmen dürfen sie pro Person ein Bett, eine Kommode und einen Stuhl, etwas Wäsche, einige Kleidungsstücke und Geschirr – eben das, was auf den erlaubten drei Quadratmetern Platz hat. Was sie an Eigentum in ihren Wohnungen zurücklassen, wird von der Gestapo gesichert und in städtische Sammellager gebracht. Zweck dieser Maßnahme ist die Konzentration an wenigen Wohnorten, um vor der geplanten Deportation in die Ghettos und Vernichtungslager Osteuropas die totale Kontrolle über sie zu haben. Federführend bei den Planungen ist die NSDAP-Gauleitung unter Gauleiter Hartmann Lauterbacher. Die Umsiedlung erhält deshalb seinen Namen: “Aktion Lauterbacher”.

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Text Judenhaus_Herschelstraße (PDF)

Weitere Informationen online

Wikipedia-Beitrag: Judenhaus
Wikipedia-Beitrag Mischehe (Nationalsozialismus)
h1 | Fernsehen aus Hannover auf youtube: Ruth Gröne – Ein Zeitzeugenporträt aus der Zeit des Nationalsozialismus

Literatur Auswahl

Texte und Bildredaktion: Michael Pechel