Familie Eigermann, Kramerstraße 19/20

Hier wohnte bis zur Abschiebung im Oktober 1938 die große jüdische Familie Eigermann. Drei Kindern gelang die Flucht nach Palästina. Stolpersteine vor dem Haus erinnern an die Schicksale der im Holocaust ermordeten Familienmitglieder.

Stolpersteine für die Angehörigen der jüdischen Familie Eigermann in der Kramerstraße 19/20, verlegt November 2015. Foto Städtische Erinnerungskultur

Leben in der Altstadt Hannovers

Das schmale Fachwerkhaus Kramerstraße 19 zeigt im Adressbuch der Stadt Hannover aus dem Jahre 1938 die typische Berufsstruktur dieses Armeleuteviertels: Witwe, Invalide, Arbeiter, Kammerjäger, Lebensmittelhändler und andere. Als ein Bewohner des zweiten Stockwerks wird der Händler Abraham Eigermann genannt. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er die Heimat in Galizien in Furcht vor antisemitischen Pogromen verlassen, seine Ehefrau Feigel und das erste Kind holt er wenig später nach Hannover nach. Hier werden fünf weitere Kinder geboren. Abraham und Feigel Eigermann betreiben in der angrenzenden Burgstraße ein Einzelhandelsgeschäft. Später kommt noch die ältere Schwester Feigels, Chaja Klapholz, mit in den Haushalt. „Ostjuden“ wie die Eigermanns machen nach dem Ersten Weltkrieg rund 20 Prozent der jüdischen Einwohnerschaft Hannovers aus. Sie leben vor allem in den armen Fachwerkquartieren der Altstadt und Calenberger Neustadt.

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Text Stolpersteine_Familie_Eigermann (PDF)

Weitere Informationen online

Wikipedia-Beitrag: Ostjuden und Westjuden
Wikipedia-Beitrag: Polenaktion
Städtische Erinnerungskultur Verlegte Stolpersteine in Hannover
Städtische Erinnerungskultur Karte verlegter Stolpersteine im Stadtgebiet Hannovers
Projekt Stolpersteine Internetseite

Literatur Auswahl

Texte und Bildredaktion: Michael Pechel