Calenberger Straße 15: Stolperstein für Richard Lange

Vor dem Haus Calenberger Straße 15 erinnert ein Stolperstein an das Schicksal von Richard Lange. Er wurde als Homosexueller im Jahr 1939 verhaftet und drei Jahre später im Konzentrationslager Mauthausen in Österreich ermordet.

Stolperstein für Richard Lange vom 3. März 2009 vor der Calenberger Straße 15. Foto Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Hannover
Stolperstein für Richard Lange vom 3. März 2009 vor der Calenberger Straße 15. Foto Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Hannover

Verschärfung der Verfolgung

Die schon im Kaiserreich bestehende Verfolgung sexueller Handlungen zwischen Männern wird im Jahre 1935 erheblich verschärft. Denn im Nationalsozialismus gilt Homosexualität als Staatsverbrechen: „entartetes Verhalten“, Anschlag auf Wehrfähigkeit und Manneszucht, Gefährdung der Vermehrung der „Herrenrasse“. Entsprechend drastisch ist die Verfolgung.

Mindestens 100.000 Männer werden polizeilich in ‚Rosa Listen’ registriert, über 50.000 Gerichtsurteile ergehen, eine unbekannte Zahl kommt in psychiatrische Anstalten, fast 800 schwule Männer werden zwangsweise bzw. nach Drohungen „einvernehmlich“ kastriert. Die Zahl der KZ-Einweisungen kann nur grob auf 5.000 bis 7.000 geschätzt werden. Die besonders brutale Behandlung dieser Häftlingsgruppe ist nachgewiesen: Mit ca. 60 Prozent haben ‚Rosa Winkel‘-Häftlinge die höchste Todesrate aller nicht-rassisch Verfolgten innerhalb der Konzentrationslager.

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Text Stolperstein_Richard_Lange (PDF)

Weitere Informationen online

Wikipedia Beitrag Schwullesbisches Archiv (SARCH)
Wikipedia-Beitrag Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus
Städtische Erinnerungskultur Verlegte Stolpersteine in Hannover
Städtische Erinnerungskultur Karte verlegter Stolpersteine im Stadtgebiet Hannovers

Literatur Auswahl

Texte und Bildredaktion: Michael Pechel