“Judenhaus” Knochenhauerstraße

Für mehr als 1200 jüdische Hannoveraner – Frauen, Männer und Kinder – bringt der 3. September 1941 eine dramatische Verschlechterung ihrer Lebenssituation. Innerhalb weniger Stunden müssen sie ihre Wohnungen verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen. Als Hausrat gestattet ist ihnen nur ein Bett, Stuhl, Kommode, etwas Wäsche, einige Kleidungsstücke und Geschirr. Was sie an Eigentum zurücklassen, wird von der Stadtverwaltung, später den Finanzämtern beschlagnahmt.

Drei Quadratmeter pro Person

Ausgewählt sind 16 Standorte: jüdische Gemeindehäuser, Schulen, Altenheime sowie Häuser in Privatbesitz, in denen jetzt schon jüdische Mieter zusammengedrängt lebten. Denn seit dem Jahre 1939 ist der Mieterschutz für Juden aufgehoben und ihnen kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden: Ariern, so die gesetzliche Begründung, sei nicht zumutbar, mit Juden unter einem Dach zu leben. Viele Familien und Alleinstehende waren daher gezwungen, als Untermieter auf kleinsten Raum bei jüdischen Vermietern unterzukommen – Vorläufer der Ghettoisierung in “Judenhäusern”.

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Text Judenhaus_Knochenhauerstraße (PDF)

Weitere Informationen online

Wikipedia Judenhaus
Das jüdische Hamburg Judenhäuser

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Texte und Bildredaktion: Michael Pechel