Klagesmarkt Hannover

Klagesmarkt: Umkämpfter Versammlungsplatz Am Ort des heutigen Klagesmarkt wurden im Mittelalter öffentliche Hinrichtungen vor dem Steintor und den Stadtmauern Hannovers vollzogen. Danach begann seine bis heute bestehende Geschichte als Handelsplatz: Einer der größten Pferdemärkte Europas, und seit dem 19. Jahrhundert Markt für Topf- und Porzellanwaren („Pöttemarkt“) und täglicher Obst- und Gemüsemarkt. Uniformierte Nationalsozialisten marschieren nach…

Königsworther Platz Hannover

Königsworther Platz alias “Horst-Wessel-Platz” Mörder und ihre Opfer. Zwei Villen an einem Platz. Die „Villa Simon“ war seit dem Jahre 1895 im Besitz der jüdischen Unternehmerfamilie Berliner. 1941 wurde sie von der Stadt Hannover erworben. Ihre jüdischen Bewohner wurden deportiert. Wenige Häuser entfernt befand sich mit dem SS-Abschnitt IV das regionale Hauptquartier der “Schutzstaffel” (SS).…

“Judenhaus” Herschelstraße

“Judenhaus” Herschelstraße Erzwungene Umzüge: Mehr als 1.200 jüdische Bürgerinnen und Bürger Hannovers mussten nach einer städtischen Anordnung vom 3. September 1941 innerhalb weniger Stunden ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden zwangsweise in 16 „Judenhäuser“ im Stadtgebiet eingewiesen. Das Wohnhaus Herschelstraße 31 war eines von ihnen. Ausweis von Ruth Gröne geb. Kleeberg aus dem Jahre 1944 mit…

Lange Laube: „Straße der SA“ und benachbarte Gauleitung

Lange Laube: „Straße der SA“ und Gauleitung Viele Straßen Hannovers sind nach 1933 nach prominenten Persönlichkeiten des Nationalsozialismus oder zu Ehren von Parteiorganisationen umbenannt worden. Die Bahnhofstraße wurde zur „Adolf-Hitler-Straße“, der Platz vor der Stadthalle zum „Hermann-Göring-Platz“ – und die Lange Laube zur „Straße der SA“. Die Gauleitung der NSDAP stand ganz in der Nähe.…

Lange Laube 18: Stolperstein für Dr. Fritz Frensdorff

Lange Laube 18: Stolperstein für Dr. Fritz Frensdorff Der Stolperstein vor dem Wohnhaus Lange Laube 18 erinnert an den Arzt Dr. Fritz Frensdorff. Er gehörte zu den vielen älteren Jüdinnen und Juden, die durch die Drangsalierungen des NS-Regimes in den Selbstmord getrieben wurden. Diese Selbstmordwelle erreichte vor den Deportationen aus Deutschland ihren Höhepunkt. Kinderarzt Dr.…

Die Mellini-Affäre

Die Mellini-Affäre In der Artilleriestraße (heute Kurt-Schumacher-Straße) befand sich gegenüber der Einmündung der Odeonstraße das Mellini-Theater. Es handelte sich dabei um ein Varieté-Theater oder Boulevard-Theater. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zu einem Kraft-durch-Freude-Theater umgestaltet, das an der Heimatfront für (Durchhalte-)Stimmung sorgen sollte. Anzeige für die Operette "Das Dreimäderlhaus" im Mellini-Theater, aus: Volkswille Nr. 241/…

Straßenumbenennungen in Hannover

Straßenumbenennungen: “Adolf-Hitler-Straße” Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten werden in Hannover ebenso wie in anderen Städten des Deutschen Reiches eine Reihe von Straßen und Plätzen aus politischen Gründen umbenannt. Nicht nur zentrale Geschäftsstraßen wie die Bahnhofstraße, sondern auch abgelegene Seiten- und Querstraßen fallen der Umbenennungswut zum Opfer. Die zur Adolf-Hitler-Straße umbenannte Bahnhofstraße, 1936. Foto von…

Am Marstall 14: Stolpersteine für die jüdische Familie Bloch

Stolpersteine für die jüdische Familie Bloch Die Familie Bloch ist im Jahre 1905 aus dem heutigen Polen nach Hannover gezogen und gehörte damit zu den ca. 20 Prozent Juden mit osteuropäischen Wurzeln innerhalb der jüdischen Bevölkerung Hannovers. Zwischen 1903 und 1906 litten die Juden in Russisch-Polen unter verheerenden Pogromen. Die am 13. November 2008 vor…

“Judenhaus” Knochenhauerstraße

“Judenhaus” Knochenhauerstraße Für mehr als 1200 jüdische Hannoveraner – Frauen, Männer und Kinder – bringt der 3. September 1941 eine dramatische Verschlechterung ihrer Lebenssituation. Innerhalb weniger Stunden müssen sie ihre Wohnungen verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen. Als Hausrat gestattet ist ihnen nur ein Bett, Stuhl, Kommode, etwas Wäsche, einige Kleidungsstücke und Geschirr. Was…

Kreuzstraße: Sturmlokal der SA

Kreuzstraße: Sturmlokal der SA Vermutlich seit Sommer 1931 besteht mit der ehemaligen „Kreuzklappe“ ein gefürchteter Standort der Nationalsozialisten im Herzen der Altstadt. In der alten Mitte Hannovers stehen sich Kommunisten und Nazis besonders stark gegenüber. Nationalsozialisten in der Nikolaistraße, April 1933. Foto Walter Ballhause. Walter-Ballhause-Archiv, Plauen Aufstieg der NSDAP Der lokale Aufstieg der Nazis innerhalb…