Straßenumbenennungen: „Adolf-Hitler-Straße“

Politische Umbenennungen
Im Zuge der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurden in Hannover ebenso wie in anderen Städten des Deutschen Reiches eine Reihe von Straßen und Plätzen aus politischen Gründen umbenannt. Nicht nur Prachtstraßen wie die heutige Bahnhofstraße, sondern auch abgelegene Seiten- und Querstraßen fielen der Umbenennungswut zum Opfer.

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Jedem Stadtzentrum seine Adolf-Hitler-Straße

Besonders markant und einschneidend waren diese Umbenennungen im Stadtzentrum, handelt es sich bei dem Areal zwischen Bahnhof, Kröpcke und Oper doch auch heute noch um die „Visitenkarte“ Hannovers. Umso wichtiger war es, vor allem am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft die Deutungshoheit über den öffentlichen Raum zu erlangen. Schon zur Mitte des Jahres 1933 gab es in jeder noch so kleinen Stadt eine Adolf-Hitler-Straße oder einen Adolf-Hitler-Platz.

Schlachten, Generäle, Kolonien

Auch die Erinnerung an die „großen Siege der deutschen Nation“ vor und im Ersten Weltkrieg wurden durch die Sedanstraße in der List, die Gneisenaustraße im Zooviertel etc. verewigt. Im Stadtteil Badenstedt existiert noch heute ein gesamtes Viertel, in dem sich Namen von Ländern des afrikanischen Kontinents wiederfinden (Kamerun, Togo…): Während der Jahre 1933-45 symbolisch für noch zu erwerbenden Kolonien in Übersee, um dem nationalsozialistischen Großmachtstreben Rechnung zu tragen.

Streit über neue Strassennamen

Seit den 1980er Jahren hat in der Stadt Hannover eine rege, teilweise sehr emotionale Diskussion um die Tilgung vorbelasteter Namen eingesetzt, die nicht selten auch vor Gericht ausgetragen wurde. Ausgelöst wurde sie durch einen Streit um die Umbenennung des Carl-Peters-Platzes in der Südstadt in Bertha-von-Suttner-Platz. Carl Peters war der als brutal geltende Gründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda und ein kleiner Teil von Mosambique), das auf dem Platz erhaltene Denkmal stellten die Nationalsozialisten zu seinen Ehren auf.

Hannover: „enge Richtlinien“

Die Stadt hat sich im Vergleich zu anderen deutschen Städten enge Richtlinien zur Streichung von unliebsamen Namen auferlegt, wonach die Streichung eines Namens als legitim anzusehen ist, wenn dem Paten „die aktive Mitwirkung an einem Unrechtsregime“ nachgewiesen werden kann.

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