Lange Laube 18: Stolperstein für Dr. Fritz Frensdorff

In den Selbstmord getrieben
Der Stolperstein vor dem Wohnhaus Lange Laube 18 erinnert an den Arzt Dr. Fritz Frensdorff. Er gehörte zu den vielen älteren Jüdinnen und Juden, die durch die Drangsalierungen des NS-Regimes in den Selbstmord getrieben wurden. Diese Selbstmordwelle erreichte vor den Deportationen aus Deutschland ihren Höhepunkt.

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Lange Laube: Stolperstein für Dr. Frensdorff 52.376654, 9.728769  mehr lesen... (Routenplaner)

Facharzt für Kinderkrankheiten

Fritz Frensdorff wurde im Jahr 1889 in Hannover geboren, machte Abitur am Goethegymnasium und studierte Medizin in Freiburg und München. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Bataillonsarzt mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. 1923 zog er als Facharzt für Kinderkrankheiten nach Hannover zurück und praktizierte erst in seinem Elternhaus, dann ab 1934 in der Langen Laube 10 (heute 18). Inzwischen hatte der Kinderarzt selbst eine Familie gegründet. Es ist bekannt, dass er mehrfach von nationalsozialistischen Schlägern angegriffen und schwer misshandelt wurde.

Flucht nach Palästina

Dr. med. Fritz Frensdorff tötete sich am 12. Februar 1938 im Alter von 48 Jahren. Sein Grab liegt auf dem jüdischen Friedhof an der Strangriede. Seiner Witwe Anna Frensdorff gelang mit den beiden Söhnen im Februar 1939 die Ausreise aus Deutschland nach Palästina.

Projekt Stolpersteine

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Diese Erkenntnis steht hinter der Idee der Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig auf Bürgersteigen vor den letzten frei gewählten Wohnungen von Opfern des NS-Regimes verlegt: Kleine Messingplatten mit den Namen, Lebensdaten, Deportationszielen und Todesorten. Mit dem Stolperstein-Projekt werden Biografien, die in der Zeit des Nazi-Terrors ausgelöscht wurden, in den Alltag unserer Städte zurück gebracht – genau dahin, wo die Menschen einmal gelebt haben. In Hannover liegen ca. 300 Stolpersteine an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet. Sie erinnern an Juden und Sinti, politisch Verfolgte, Opfer der NS-„Euthanasie“, wegen „Wehrkraftversetzung“ oder Desertion zum Tode verurteilte Soldaten.

Weitere Informationen

Arbeitskreis Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover Erinnerung und Gedenken. Jüdische Ärzte in Hannover

Städtische Erinnerungskultur Verlegte Stolpersteine in Hannover

Städtische Erinnerungskultur Karte verlegter Stolpersteine im Stadtgebiet Hannovers

Projekt Stolpersteine Internetseite

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